Alpakas, Anden und Unterrichtsstunden – Tinas Lehrpraktikum in Peru

Alpacas, Andes and Lesson Plans – Tina's Teaching Internship in Peru

Wie Tina ihr Pflichtpraktikum nach Lima verlegte – und warum sie es jederzeit wieder tun würde

Tina ist 25, kommt aus Donauwörth und absolviert inzwischen ihr Referendariat. Ihr Pflichtpraktikum im Wirtschftspädagogik Studium hätte sie in Deutschland absolvieren können – sie hat sich stattdessen für Lima entschieden. Drei Monate an der Deutschen Schule Alexander von Humboldt, danach ein Monat Reisen quer durch Peru, Bolivien und Chile. Und natürlich: Alpakas.

Wir haben sie gebeten zu erzählen, wie ein Auslandspraktikum in Südamerika wirklich aussieht – mit allem, was dazugehört, von Admin und Vorbereitung über den Alltag im Klassenzimmer und einer fantastischen Reise.

Die Entscheidung: Pflichtpraktikum, aber bitte woanders

Für Tinas Studiengang gibt es die Möglichkeit, das Pflichtpraktikum in mehreren südamerikanischen Ländern zu absolvieren – Bolivien, Peru, Chile, Argentinien und Guatemala stehen zur Auswahl. Über den DAAD gibt es außerdem die Möglichkeit, ein Stipendium zu beantragen. Tina hat sich für Peru entschieden. Der offizielle Grund: die Möglichkeit zu reisen, Spanisch zu sprechen und eine neue Kultur kennenzulernen. Der Inoffizielle: Alpakas.

Die Logik dahinter war ähnlich wie bei allem, was weit weg liegt: Wer schon den Aufwand auf sich nimmt, fliegt sowieso besser für länger. Zwei Monate Unterricht, ein Monat Reisen – das war der Plan. Und er hat funktioniert.

Vor der Abreise: Was wirklich zählt

Visum – kein Thema, wenn man es weiß: Für einen Aufenthalt von unter 90 Tagen brauchen deutsche Staatsangehörige kein Visum für Peru – die Einreise erfolgt mit dem Reisepass, unkompliziert und ohne Voranmeldung. Wer aber ein zweites Land wie Bolivien oder Chile einplant, sollte die jeweiligen Einreisebestimmungen separat prüfen und für diese Länder Touristenvisa beantragen. Etwas anders sieht es aus wenn man vor Ort bei einem Unternehmen mit einen bezahlten Vertrag angestellt wird - für Tina war das zum Glück kein Problem. 

Impfungen – früh genug dran denken: Das ist der Punkt, den Tina rückblickend am deutlichsten betont - Impfungen brauchen Zeit. Zwischen den einzelnen Impfungen muss ein bestimmter Abstand liegen, und manche Impfstoffe sind nicht immer sofort verfügbar. Gelbfieber und Hepatitis A und B sind Pflicht – aktuell ist auch eine Impfung gegen das Denguevirus empfehlenswert. Am besten vier bis sechs Monate vor Abreise beim Tropeninstitut oder Reisemediziner vorstellig werden.

Finanzen – zwei Karten, Bargeld nicht vergessen: Tina hatte zwei Kreditkarten dabei – Visa und Mastercard – und damit lief alles problemlos. Für den Alltag in Lima und besonders auf Reisen war Bargeld dennoch sinnvoll: Viele Märkte, kleinere Restaurants und lokale Anbieter arbeiten ausschließlich damit.

Krankenversicherung – klären, nicht raten: Tina war über ihre private Krankenversicherung sowie die SDK abgesichert und musste nichts explizit anpassen. Wer gesetzlich versichert ist, sollte aber frühzeitig prüfen, ob Auslandsleistungen abgedeckt sind – und ob ein Zusatzschutz für längere Aufenthalte sinnvoll ist.

Handy & Daten – heute würde sie es anders machen: Damals hat sie sich vor Ort eine lokale SIM-Karte von Claro geholt – und das war, wie sie es beschreibt, "sehr mühselig", bis endlich ein passender Tarif gefunden war. Heute würde sie es mit einer eSIM über Airalo lösen: vor der Abreise kaufen, direkt nach der Landung aktivieren, fertig.

Flug – lieber über Europa: Tina ist mit Air France ab Frankfurt über Paris nach Lima geflogen, auf dem Rückweg von Santiago über Paris nach München. Ihre klare Empfehlung: nicht über die USA fliegen. Der zeitliche Aufwand ist höher, und die ESTA-Bewilligung kommt als zusätzliche Hürde hinzu. Europäische Stopps wie Madrid mit Iberia oder Paris mit Air France oder KLM sind die deutlich entspanntere Option.

Der Job: Sieben Stunden Unterricht pro Woche – und trotzdem nie genug

Die Deutsche Schule Alexander von Humboldt in Lima ist eine große Institution: Kindergarten, Grundschule, Gymnasium und Berufsschule unter einem Dach. Tina hat an der Berufsschule unterrichtet – kaufmännische Lernfelder für Industriekaufleute und Kaufleute für Büromanagement, dazu Englisch. Sieben Unterrichtsstunden à 45 Minuten pro Woche, plus Vor- und Nachbereitung, Leistungsnachweise und Korrekturen. Gerade am Anfang der Karriere ohne Routine ist das alles zusammengerechnet ein Vollzeitjob. Und ein zweitägiger Schullandheimaufenthalt in Huampaní, der ihr noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Was sie überrascht hat: wie anständig und freundlich die Schülerinnen und Schüler waren. Eigenständiges Arbeiten war allerdings eine Herausforderung – etwas, das ihr zufolge tief in der peruanischen Arbeitskultur verankert ist. Das schöne Schulgelände mit kostenlosem Mittagessen in der Mensa hat ihr die Sache deutlich leichter gemacht. Und wer wissen möchte, wie günstig das Essen für Reisende in Lima sein kann: Ein vollständiges Mittagsmenü mit Reis, Gemüse und Ei auf dem Markt kostet umgerechnet etwa 3 Euro.

Was weniger gut lief: Der Schulleiter war nicht immer ein Quell der Wärme. "Er hat uns ins kalte Wasser geschmissen", sagt Tina – und ergänzt dann ehrlich, dass sie genau dadurch sehr viel gelernt hat. Die Verantwortung, die ihr als Praktikantin übertragen wurde, war real. Die Einblicke in den Berufsalltag entsprechend auch.

Ihr Tipp für alle, die ein ähnliches Praktikum planen: Im Vordergrund steht nicht die perfekte Stundenstruktur, die man an der Uni gelernt hat. Es geht darum, vor einer Klasse zu stehen, eine Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern aufzubauen und die eigene Lehrerpersönlichkeit kennenzulernen. Viel unterrichten, wenig nur hospitieren. Und wöchentliches Yoga bei einer Kollegin war auch dabei. Peru kann sehr entspannt sein.

Die Reisen: Von der Laguna 69 bis zur Salzwüste

Nach zwei Monaten Unterricht hatten Tina und ihre Freunde noch einen Monat Zeit zum Reisen bevor das neue Semester anfing. Tina hat diesen Monat genutzt – und zwar gründlich.

Peru

Ihr absolutes Highlight und gleichzeitig ihre klarste Empfehlung: die Laguna 69 auf 4.600 Metern, am besten in Kombination mit den Seen von Llanganuco. Wer wandern liebt und sich auf die Höhe eingestellt hat, wird hier belohnt.

Der Salkantay Trek zum Machu Picchu ist ihr zweiter Favorit – vier Tage, mehr Natur als beim klassischen Inca Trail und eine Strecke, die sich wirklich anfühlt, als wäre man auf dem Weg zu etwas Besonderem. Tina hat über Machu Picchu Reservations gebucht und kann das empfehlen. Wichtig: Die Tickets für Machu Picchu im Idealfall ein halbes Jahr im Voraus buchen. Tina und ihre Gruppe mussten einmal eine Nacht länger in Aguas Calientes bleiben, weil kurzfristig keine Tickets mehr verfügbar waren. Wer zu dem Zeitpunkt schon weitere Pläne hatte, ging leer aus.

Die Stadt Trujillo hat ihr gut gefallen – bunt, am Meer gelegen und deutlich weniger touristisch als Lima. Und einen Ausflug in den Dschungel nach Iquitos an den Amazonas kann sie ebenfalls empfehlen, auch wenn sie dort selbst eine Erfahrung gemacht hat, die sie nicht vergessen wird: so starke Bauchschmerzen wie noch nie – und beinahe kein Flug nach Cusco. Ein Arztbesuch hat geholfen. Seitdem ist ein Päckchen Kohletabletten fester Bestandteil ihres Reisegepäcks.

Geheimtipp, der keiner mehr sein sollte: das Restaurant Kjolle in Lima – aktuell auf Platz 9 der besten Restaurants weltweit. Das derzeit beste Restaurant der Welt, Maido, ist übrigens ebenfalls in Lima.

Was sie weniger empfehlen würde: Nazca. Die Fahrt ab Lima dauert rund zehn Stunden, die Stadt selbst hat sie nicht überzeugt. Die Nazcalinien und das Museum zu Maria Reiche – der deutschen Mathematikerin, die die Bodenzeichnungen erforscht hat – sind sehenswert, aber kein Muss.

Bolivien, Chile und ein Ticket, das drei Länder verbindet

Vom Salkantay Trek weiterreisen bis in die chilenische Atacamawüste – das ist fast eine logische Reiseroute, wenn man einmal da ist.

In La Paz hat Tina eine moderne, überraschend saubere Stadt erlebt, die hoch in den Bergen liegt und mit einem innerstädtischen Seilbahnnetz – dem Teleférico – erschlossen wird. Von dort geht es weiter zur Salzwüste Salar de Uyuni, einem der beeindruckendsten Orte, die sie je gesehen hat. Wer die Wahl hat: Nach Regenfällen verwandelt sich die Wüste in einen riesigen Spiegel – ein Anblick, den

man nicht vergisst. Bei Trockenheit sieht man die charakteristischen Wabenmuster im Boden. Beides hat seinen Reiz.

Die Death Road in Bolivien – eine Mountainbiketour im Nebelwald auf knapp 4.700 Metern Höhe – klingt gefährlicher als sie ist: "Es geht nur bergab, man hält sich einfach weit an der Felswand." Eine Warnung gibt Tina trotzdem mit: nicht das günstigste Fahrrad nehmen. Die Dame mit dem billigsten Rad ist mehrfach gestürzt.

Die Tour endet praktischerweise in der chilenischen Oasenstadt San Pedro de Atacama – eine entspannte, inzwischen recht hippe Stadt mit schönen Cafés, von der aus man die farbenprächtigen Landschaften der Atacamawüste erkunden kann.

Unterwegs in Südamerika: Was funktioniert

Für lange Strecken innerhalb Südamerikas hat Tina das Busunternehmen Cruz del Sur genutzt – zuverlässig, günstig und mit Liegesitzen ausgestattet. Die Verbindungen zwischen den wichtigsten Destinationen in Peru und den Nachbarländern sind gut abgedeckt. Für Inlandsflüge innerhalb Perus hat sie LATAM genutzt, ebenfalls ohne Probleme.

Wenn das Gepäck schon voll ist und die Nächte im Bus lang sind, macht ein Reisekissen den entscheidenden Unterschied. Das FLOWZOOM AIR ist aufblasbar, passt in jede Jackentasche und stützt den Nacken zuverlässig – genau das, was man nach einem langen Tag auf 4.600 Metern braucht. Das AIR entdecken →


Was Tina mitnimmt – und was sie weitergeben möchte

Das Wichtigste, das sie aus diesen drei Monaten mitgenommen hat, lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Preparation is key. Gute Vorbereitung – ob im Unterricht oder auf Reisen – macht den Unterschied. Aber genauso wichtig: flexibel bleiben, einen Plan B haben und nicht alles so eng takten, dass kein Puffer mehr bleibt.

Und Spanischkenntnisse helfen – auch wenn es nur die Basics sind. In vielen Regionen Perus und Boliviens kommt man ohne englischsprachige Unterstützung aus, wenn man sich ein paar Grundlagen angeeignet hat.

Zu Südamerika als Reiseziel hat sie noch eine persönliche Anmerkung: In westlichen Medien wird oft nur das Negative über die politische Lage in Peru und den umgebenden Ländern berichtet. Die Realität, die Tina erlebt hat, war eine andere – sie hat sich auf den Straßen sicher gefühlt und eine offene, gastfreundliche Bevölkerung kennengelernt. Natürlich gilt wie überall: aufmerksam sein und sich vorab informieren. Aber die Bilder, die in den Medien gezeichnet werden, spiegeln nicht das wider, was die meisten Reisenden tatsächlich erleben.

Und die Alpakas? Haben die Erwartungen vollständig erfüllt.

Drei Monate Südamerika, Nachtbusse, Bergwanderungen auf 4.600 Meter und ein Rucksack, der leicht bleiben muss. Das FLOWZOOM AIR ist die Antwort auf lange Strecken ohne Komfortverlust – aufblasbar, ultra-kompakt, immer dabei. Das AIR finden →


Alle Empfehlungen in diesem Artikel basieren auf Tinas persönlichen Erfahrungen während ihres Aufenthalts. Sie wurden nicht auf Basis einer umfassenden Recherche oder eines Vergleichs verschiedener Anbieter ausgewählt.

Tina hat diesen Artikel vor Veröffentlichung gelesen und freigegeben. Vielen Dank – und immer gute Reise, wohin auch immer es geht.

FLOWZOOM – Dein Partner für entspanntes Reisen