Emil, 29 und Lotte, 26, wohnen in Hamburg – und verbringen so viel Zeit wie möglich auf der Straße. Mit VW Bussen sind sie seit knapp zehn Jahren unterwegs: mal für ein Wochenende an die Nordsee, mal für einen ganzen Sommer quer durch Europa. Vor etwa zwei Jahren haben sie sich ihren Traum erfüllt und einen selbst konfigurierten T6.1 California gekauft. Wir haben die beiden gefragt, wie Vanlife bei ihnen wirklich aussieht – und was man braucht, damit es wirklich funktioniert.
Zwei Menschen, ein Van, zehn Jahre Erfahrung
Für beide war diese Art zu reisen keine bewusste Entscheidung, sondern schlicht das, womit sie aufgewachsen sind. Emil reiste als Kind mit dem Wohnmobil seiner Eltern, Lotte startete mit Zelt und wechselte irgendwann zum Wohnwagen. Als Paar war es dann fast selbstverständlich, sich einen eigenen Van anzuschaffen.
Ihr T6.1 California ist mit modularen Möbeln ausgebaut und so flexibel genug, um im Alltag auch mit mehreren Personen unterwegs zu sein, und im Urlaub trotzdem genug Platz für Campingstühle, Fatboy und Gepäck zu haben. Geschlafen wird am liebsten im Aufstelldach. "Nur wenn es richtig stürmt, weichen wir nach unten aus", sagt Lotte.
Planung? Grob. Entscheidungen? Aus dem Bauchgefühl.
Detaillierte Reisepläne sucht man bei den beiden vergeblich: Eine grobe Richtung gibt es, den Rest entscheiden Wetter, Verfügbarkeit und Bauchgefühl. Was vor der Abfahrt aber nie fehlt, sind Vorräte und Wasser für mindestens zwei Tage. "Alles andere findet sich", sagt Emil – und meint das ernst.
Ihre drei Grundregeln für eine gute Campingvan-Reise:
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Überlaufene Orte meiden: Lieber etwas weiterfahren und dafür wirklich ankommen.
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Draußensein zelebrieren: Natur statt Dauercamping-Flair, so trifft man die interessantesten Menschen und darf eine Region richtig kennenlernen.
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Ein bis zwei Tage an einem Ort. Und wenn es besonders schön ist: einfach länger bleiben.
Was sie heute anders machen
In den ersten Jahren haben sie zu viel mitgenommen. Mit der Zeit haben sie vieles abgeschafft und gezielt durch Dinge ersetzt, die sich klein verstauen lassen und wirklich gebraucht werden. "Weniger Zeug, mehr Bewegungsfreiheit", fasst Emil zusammen – und das gilt buchstäblich für jeden Zentimeter im Van.
Auf der Abschussliste landeten unter anderem große Lampion-Lichterketten, Deko jeder Art und die Leiter fürs Aufstelldach: "Die braucht man wirklich nicht – man kommt easy über die Sitze hoch."
Was hingegen geblieben ist – und inzwischen zum festen Setup gehört:
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Kühlbox + Solaranlage: Das Herzstück der Autarkie. "Ohne Solar geht bei uns eigentlich nichts mehr."
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Fatboy Lamzac: Klein verpackt, großer Komfort. Der Lieblingsplatz unter der Markise nach einem langen Fahrtag.
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Aufrollbare Lichterkette: Stimmung ohne Aufwand.
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Sunblocker: Mehr Schatten, mehr Privatsphäre, mehr Gemütlichkeit.
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Boxio Trockentoilette: Praktisch, geruchlos, spart Abhängigkeit von Campingplätzen.
Für den Schlafkomfort schwören sie auf einen Federtellerlattenrost – wer schon einmal nachts jede Bewegung der anderen Person mitbekommen hat, versteht sofort, warum das ein echter Gamechanger ist. Dazu kommt eine 4-Jahreszeiten-Bettdecke aus Tencel-Naturfaser, die feuchtigkeitsregulierend und temperaturausgleichend ist, sich kompakt verstauen lässt und weder im Sommer noch im Winter versagt. Beim Kissen haben die beiden nach Ausprobieren das Maß 60x40 für sich gefunden: "Nicht zu groß, nicht zu klein."
Ihre Lieblingsrouten
Deutschland
St. Peter-Ording ist für die beiden ein echter Klassiker – und das aus gutem Grund: Mit dem Bulli direkt auf dem Strand stehen, in die Nordsee springen, anschließend im schattigen Aufstelldach schlafen. "Die Nordsee macht sehr müde", sagt Lotte lachend. "Ausgeschlafen und hungrig gibt es dann herrliche Pommes in den Stelzenrestaurants."
Bodenseeregion und Allgäu stehen ebenfalls hoch im Kurs – tolle Landschaften, Seen, Wandermöglichkeiten. Ein Geheimtipp von den beiden ist der Campingplatz in Wangen am Bodensee, kurz vor der Schweizer Grenze. "Das ist weniger touristisch, weil es nicht ganz so leicht zu erreichen ist. Strandbad und Campingplatz in einem, Obstbof und Bäcker vor Ort, und der Rheinfall ist nicht weit." Ein Ort, an dem man einfach bleibt.
Europa
Jylland, Dänemark – genauer gesagt die dänische Nordseeküste – ist ihr absoluter Favorit für gemeinsame Touren. Raue Natur, kaum Touristen, und auf der Insel Fanø ein Stellplatz mitten in den Dünen: "Campen dort ist viel naturnaher als in Deutschland."
Salzburger Land, Österreich – Für Wanderungen und Raftingtouren ist die Region für die beiden kaum zu übertreffen. Wer von dort aus weiter nach Italien fährt, sollte das Alpencamp in Kötschach-Mauthen als Etappenziel einplanen, denn es ist ein schöner Ort zum Durchatmen, bevor es über die Berge geht.
Frankreich – ein Wunsch von Lotte, den sie noch nicht gemeinsam umgesetzt haben: die Provence auf der Durchreise und dann weiter zur westlichen Atlantikküste. La Rochelle hat laut ihr einen besonderen Stellplatz direkt am Strand: "Der Platz ist so angelegt, dass wirklich jeder erste Reihe hat." Für Frankreich empfiehlt sie außerdem die App Passion France – das Pendant zur Landvergnügen-App für die DACH-Länder.
Kroatische Küste von Zadar bis Dubrovnik – das ist Emils Wunsch für die nächste gemeinsame Tour. Die Küstenstraße und die direkt am Wasser gelegenen Orte haben ihn schon länger gereizt, und er hat sich fest vorgenommen, sie endlich selbst zu erleben.
Auch Slowenien steht bei beiden noch auf der Liste – von Freunden wärmstens empfohlen wegen der guten Infrastruktur für Camper, der abwechslungsreichen Natur und der schönen Kombination aus Bergen und Seen.
Lieber meiden
Nicht jede Destination hat bei den beiden erfüllt, was sie sich erhofft haben. Die Halbinsel Poel an der Ostsee war für sie eine Enttäuschung, vor allem wegen wenig freundlicher Begegnungen vor Ort. Istrien in Kroatien empfinden sie als zu touristisch und überlaufen, und Südtirol in der Hauptsaison fällt für sie gleich in dreifacher Hinsicht durch: touristisch, überlaufen und teuer.
Top-Tipp: Landvergnügen
Eine App, die Emil und Lotte regelmäßig nutzen und die perfekt zu ihrer Art zu reisen passt, ist Landvergnügen. Die Plattform verbindet Camper mit über 2.100 landwirtschaftlichen Gastgebern in Deutschland, Österreich und der Schweiz – und bietet damit genau das, was die beiden suchen: Stellplätze abseits überlaufener Campingplätze, mit echtem Kontakt zu Menschen vor Ort. Mit einer Mitgliedschaft kann man 24 Stunden kostenfrei auf dem Privatgelände der Gastgeber stehen, im Hofladen einkaufen und regionale Produkte direkt vom Erzeuger genießen. Der integrierte Routenplaner zeigt passende Höfe entlang der eigenen Strecke an – ideal für alle, die spontan unterwegs sind und dabei lieber Landleben als Massentourismus erleben möchten.
Was Emil und Lotte noch mitgeben möchten
Tipps gegen Quälgeister am Stellplatz: Gegen Wespen hilft es besonders gut, aufgeschnittenen Knoblauch auf kleinen Tellern rund ums Fahrzeug auszulegen und Lavendelduftkerzen aufzustellen – beide Düfte meiden Wespen zuverlässig. Mücken hingegen lassen sich gut mit Zitronella-Kerzen auf Abstand halten; wer die Fenster und die Schiebetür zusätzlich mit Fliegengittern sichert, schläft nachts deutlich ruhiger.
Präsent sein statt verpassen: Was die beiden nach vielen Jahren auf der Straße am meisten schätzen, ist das, was man nicht einpacken kann: wirklich da zu sein. Wer Campingvan-Reisen vor allem als Kulisse erlebt, verpasst oft das Beste. "Wir suchen die Ruhe mit wenig Input", sagt Emil. "Je kleiner das Fahrzeug, desto mehr Zeit verbringt man draußen – das ist kein Nachteil, das ist der Punkt." Ihr Rat: Weniger planen, weniger optimieren, öfter einfach sitzen bleiben und schauen, was der Abend bringt.
Rücksicht gehört dazu: Wer im Aufstelldach schläft, hört alles – und das gilt in beide Richtungen. Emil und Lotte wünschen sich von anderen Campern mehr Rücksicht aufeinander und auf die Natur. Müll an Stellplätzen zurückzulassen ist für die beiden ein echtes Ärgernis, das sie leider immer wieder erleben.
Eine ehrliche Beobachtung zum Schluss: Spontanes Reisen wird schwieriger. Mehr Menschen, die mit dem Campingvan unterwegs sind, bedeuten auch mehr gesperrte Stellplätze, mehr Reservierungspflicht und weniger Freiheit bei der Routenwahl. "Das schränkt ein", sagen sie – "aber es gibt immer noch Orte, die sich finden lassen, wenn man bereit ist, ein bisschen weiter zu fahren als alle anderen."
Komfort im Van: Schlaf entscheidet
Was Emil und Lotte klar sagen: Ein guter Schlaf ist die Basis für alles. Wer nach einem langen Fahrtag oder einem intensiven Wandertag schlecht schläft, hat am nächsten Tag weniger davon. Ihr Setup – Federtellerlattenrost, Tencel-Bettdecke, das richtige Kissen – ist das Ergebnis von Jahren Ausprobieren.
Dieselbe Logik gilt auf der Straße. Lange Strecken im Van bedeuten stundenlang aufrecht sitzen – und ein gutes Reisekissen macht den Unterschied zwischen erholt ankommen und verspannt ankommen. Emil und Lotte haben sich für das FLOWZOOM COMFY entschieden. Memory Foam, der sich an den Nacken anpasst, ein flaches Rückteil, das den Kopf nicht nach vorne drückt, und fünf Druckknöpfe für die passende Weite. Im Reisebeutel hängt es am Beifahrersitz – bereit, sobald eine von beiden schlafen möchte, während die andere fährt.
Genau wie ihr Bett ist das COMFY etwas, über das sie nicht mehr nachdenken – es funktioniert einfach. Kein Aufpumpen, kein Einstellen. Anlegen, anlehnen, ausruhen.
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Emil und Lotte haben diesem Artikel vor Veröffentlichung zugestimmt. Vielen Dank euch beiden – und gute Fahrt!
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